Fahrrad, Tretboot und Minigolf – warum die kleinen Ausflüge oft die besten sind
Es gibt Ausflüge, bei denen man schon morgens weiß, dass daraus ein großes Erlebnis wird. Man plant lange, fährt weit und hat am Ende irgendeinen besonderen Ort auf dem Programm.
Und dann gibt es die Tage, an denen jemand sagt: Wollen wir nicht einfach ein bisschen Fahrrad fahren? Oder: Wir könnten doch Tretboot fahren. Oder: Lass uns einfach mal Minigolf spielen.
Ich mag diese Tage inzwischen fast lieber. Denn bei den kleinen Ausflügen weiß man nie so genau, was daraus wird.
Früher hätte ich wahrscheinlich überlegt, ob sich das Filmen überhaupt lohnt. Heute nehme ich die Kamera einfach mit. Ich habe über die Jahre zu oft erlebt, dass gerade aus den Dingen, die zunächst nach einem unspektakulären Nachmittag aussehen, am Ende eine ziemlich gute Geschichte wird.
Beim Tretboot ist das besonders auffällig.
Man fährt hin, steigt ein und denkt zunächst: Gut, das machen wir jetzt eine Runde und dann war es das. Und dann passiert irgendwo etwas Kleines, das plötzlich lustiger ist als alles, was man sich für den Tag vorgenommen hatte.
Vielleicht reden wir über etwas, vielleicht streiten wir kurz darüber, wer lenkt, vielleicht sehen wir unterwegs etwas Interessantes oder Frau Douglas hat wieder irgendeine Idee, die keiner auf dem Zettel hatte.
Und plötzlich ist aus „nur Tretbootfahren" ein kompletter Vlog geworden. So etwas passiert bei uns erstaunlich oft.
Beim Fahrradfahren ist es ähnlich. Gerade in Ostfriesland kann man einfach losfahren und hat nicht unbedingt ein festes Ziel. Manchmal ist das Ziel interessant, manchmal ist der Weg dorthin viel schöner und manchmal besteht der eigentliche Höhepunkt darin, dass wir am Ende irgendwo einkehren und etwas essen.
Das muss auch gar nicht spektakulär sein.
Ich glaube, genau das habe ich beim Vloggen irgendwann verstanden: Ein Alltag muss nicht großartig sein, damit man später gerne darauf zurückschaut.
Die Kamera hilft dabei, sich an Kleinigkeiten zu erinnern.
Und natürlich erinnert mich dabei immer wieder unsere Technikgeschichte daran, wie lange wir schon unterwegs sind — von der klobigen Samsung bis zur DJI Osmo, ausführlich erzählt in Fast 15 Jahre YouTube.
Aber letztlich ist das nur die Technik. Das eigentliche Video entsteht durch das, was wir gemeinsam erleben.
Und da sind wir wieder bei Minigolf.
Ich finde ja, Minigolf klingt zunächst nach einer Aktivität, die überhaupt nicht eskalieren kann. Man schlägt ein bisschen mit einem Schläger auf einen kleinen Ball und irgendwann ist man fertig.
Bei uns gibt es natürlich trotzdem irgendwann Diskussionen darüber, wer gerade vorne liegt und wer eigentlich am schlechtesten spielt. Dann kommt noch Manuel dazu, der natürlich behauptet, alles im Griff zu haben, und irgendwo dazwischen habe ich die Kamera laufen.
Solche kleinen Ausflüge gefallen mir deshalb so gut, weil sie nicht nach Arbeit aussehen.
Wir machen etwas zusammen, und wenn dabei etwas Lustiges passiert, nehme ich es mit. Wenn nichts passiert, ist es ebenfalls okay.
Ich brauche nicht mehr den Gedanken, dass jeder Ausflug ein fertiges Produkt abliefern muss. Das nimmt ziemlich viel Druck heraus.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich heute lieber filme als früher. Ich kann mich auf den Tag konzentrieren und trotzdem ein bisschen davon festhalten. Und wenn am Ende nur zwei Minuten dabei herumkommen, dann sind es eben zwei Minuten.
Vielleicht schaue ich sie mir irgendwann in zehn Jahren an und freue mich einfach, dass wir damals dort waren. Vielleicht ist es sogar genau dieser Gedanke, der mich inzwischen am häufigsten die Kamera einpacken lässt.
Nicht: Wird das ein gutes Video?
Sondern: Möchte ich mich später daran erinnern?
Wenn die Antwort ja ist, dann kommt die Kamera mit.