Make-up, Hauls und Tutorials – meine YouTube-Anfänge
Wenn jemand heute neu zu Nordlicht Bine kommt, wird er wahrscheinlich nicht sofort denken, dass dieser Kanal einmal ganz anders angefangen hat.
Heute sind wir mit unseren Vlogs unterwegs, zeigen Ostfriesland, unsere Familie, Dulli & Bine, Frau Douglas, Leni und all die kleinen Dinge, die uns im Alltag passieren.
Aber bevor die Kamera mit uns unterwegs war, saß sie ziemlich häufig einfach vor mir. Und ich davor.
Damals hieß der Kanal noch The Holly Dönis und alles war sehr viel weniger geplant.
Ich wollte einfach ausprobieren, wie es ist, Videos zu machen. Es ging um Spaß. Um Quatsch. Um die Lust, etwas auf die Beine zu stellen und anschließend zu sehen, wer das eigentlich anschauen möchte.
Make-up war dabei ein großes Thema.
Ich habe Schminkvideos gemacht, Produkte gezeigt, Hauls aufgenommen und Tutorials ausprobiert. Wenn ich etwas Neues entdeckt hatte, konnte ich darüber erzählen. Wenn ich etwas erklären wollte, konnte ich ein Video daraus machen.
Heute ist das natürlich eine ganz andere Welt als unsere aktuellen Familienvlogs, aber wenn ich darüber nachdenke, steckt darin eigentlich schon sehr viel von dem, was später geblieben ist.
Ich habe schon damals das gefilmt, was mich gerade beschäftigt hat. Nur hat sich das, was mich beschäftigt hat, im Laufe der Jahre verändert.
Ein Tutorial darüber, wie man einen Schal bindet, war irgendwann einmal ein völlig normales Video für mich. Heute würde ich wahrscheinlich einfach sagen: Wir sind irgendwo unterwegs und ich filme, wie wir eben sind.
Aber damals war das ganz anders. Die Kamera stand da, ich saß davor und erzählte.
Unsere erste Kamera war übrigens eine ziemlich klobige Samsung, die wir ursprünglich zum Fotografieren hatten. Irgendwann haben wir festgestellt, dass man damit natürlich auch Videos machen kann. So richtig zufrieden war ich mit dem Ergebnis allerdings nicht. Dann kam die kleine weiße Canon Legria – und die war etwas ganz anderes.
Ich konnte sie einfach mitnehmen. Sie war handlich, schnell einsatzbereit und passte viel besser zu dem, was sich langsam entwickelte. Denn irgendwann wollte ich nicht mehr nur vor der Kamera sitzen. Ich wollte die Kamera mitnehmen.
Und da begann der Übergang zu den Vlogs.
Wir waren unterwegs, also wurde gefilmt. Wir machten Ausflüge, also wurde gefilmt. Wir waren im Urlaub, also durfte die Kamera mit. Und irgendwann war das eigentliche Thema des Videos nicht mehr unbedingt ein Make-up-Produkt oder ein Tutorial, sondern unser Alltag.
Aus Bine wurde immer mehr Dulli & Bine, aus einzelnen Themen wurde unser Leben. Irgendwann war Frau Douglas dabei, dann kam Leni – und plötzlich war der Kanal voller Menschen und Geschichten, die ich am Anfang niemals hätte planen können.
Das finde ich rückblickend eigentlich ziemlich schön. Denn ich glaube nicht, dass ich damals hätte entscheiden können, wie Nordlicht Bine einmal aussehen soll.
Ich hätte es höchstens ausprobieren können. Und genau das habe ich gemacht.
Später ist auch die Legria irgendwann kaputtgegangen, und über die weiteren Kamera-Wechsel bis zur DJI Osmo – inklusive der ewigen Diskussion mit Manuel, was noch zeitgemäß ist – erzähle ich ausführlicher in Fast 15 Jahre YouTube.
Aber trotz aller Technik hat sich der Grund, warum ich filme, eigentlich nie verändert. Ich habe Spaß daran. Und ich möchte Dinge festhalten.
Nur das, was ich heute festhalte, ist eben nicht mehr nur ein Make-up-Haul.
Es ist ein kleiner Ausflug, ein Urlaub, ein Tag mit Manuel, eine Geschichte mit Frau Douglas, ein Moment mit Leni – oder irgendein Quatsch, bei dem ich morgens noch gedacht habe, dass es sich überhaupt nicht lohnt zu filmen.
Genau das ist wahrscheinlich die schönste Entwicklung meines Kanals.
Ich musste nicht irgendwann alles Alte loswerden, um etwas Neues zu werden.
Die alten Videos gehören dazu: The Holly Dönis, Make-up, Hauls und Tutorials, die Samsung, meine kleine weiße Legria – und genauso die Vlogs, Ostfriesland, Dulli & Bine, Frau Douglas und Leni. Alles ist ein Teil derselben Geschichte.
Wenn ich heute die Kamera einschalte, denke ich deshalb nicht mehr so viel darüber nach, ob daraus ein gutes Video wird. Ich denke eher: Wir nehmen die Kamera einfach mit und sehen, was passiert.
Vielleicht sind es zwei Minuten, vielleicht wird es ein ganzer Vlog, vielleicht passiert überhaupt nichts. Aber vielleicht passiert genau das, an das ich mich in zehn Jahren noch erinnern möchte.
Und dafür lohnt es sich dann doch wieder, die Kamera einzuschalten.