Urlaub mit Dulli & Bine – warum unsere Reisen selten nach Plan laufen
Ich glaube, ein Urlaub sieht auf dem Papier immer ein bisschen ordentlicher aus, als er später tatsächlich ist.
Man sucht sich ein Ziel aus, bucht vielleicht etwas, schaut, was man unternehmen könnte, und dann stellt man sich vor, wie die Reise ungefähr ablaufen wird.
Bei Dulli & Bine ist das mit dem „ungefähr" meistens die entscheidende Stelle.
Wir planen schon. Aber spätestens wenn wir unterwegs sind, kommt irgendetwas dazwischen. Und ganz ehrlich: Genau das macht unsere Urlaube oft erst interessant.
Ich habe über die Jahre gemerkt, dass die besten Urlaubsgeschichten selten die Dinge sind, die man am längsten geplant hat. Es sind eher die kleinen Momente dazwischen. Ein Gespräch im Auto, ein spontaner Umweg, irgendwo ein Essen, das wir eigentlich gar nicht geplant hatten, oder irgendein blöder Moment, über den wir später noch tagelang lachen.
Deshalb kommt die Kamera heute bei einem Urlaub eigentlich automatisch mit.
Früher war das nicht ganz so selbstverständlich — unsere Kamera-Geschichte von der klobigen Samsung bis zur DJI Osmo erzähle ich ausführlicher in Fast 15 Jahre YouTube.
Aber auch die beste Kamera kann einen Urlaub nicht planen — und das möchte ich eigentlich auch gar nicht.
Ich mag es, wenn wir losfahren und noch nicht genau wissen, wie der Tag endet. Wir können einen Ausflug machen und am Ende irgendwo ganz anders landen. Wir können morgens denken, dass wir heute einfach ein bisschen herumfahren, und am Nachmittag stehen wir plötzlich an einem Ort, an dem wir vorher gar nicht vorbei wollten.
Solche Tage machen sich wunderbar in einem Vlog. Nicht, weil darin ständig etwas Spektakuläres passiert. Sondern weil man merkt, dass wir diesen Tag tatsächlich gemeinsam erlebt haben.
Dulli und Bine sind im Urlaub schließlich nicht plötzlich andere Menschen.
Wenn einer von uns eine Idee hat, die der andere nicht so toll findet, merkt man das. Wenn einer hungrig ist, merkt man das. Wenn wir etwas suchen, das wir nicht finden, merkt man das. Und wenn wir über irgendetwas lachen, dann merkt man das hoffentlich auch.
Ich finde gerade diese kleinen Dinge später viel schöner als einen perfekt inszenierten Urlaubsfilm.
Wenn ich ein altes Video anschaue, brauche ich nicht unbedingt zehn Minuten Landschaftsaufnahmen. Ich freue mich viel mehr darüber, wie wir damals gesprochen haben, was wir gegessen haben oder welchen Quatsch wir unterwegs gemacht haben.
Und natürlich gibt es noch Frau Douglas. Wenn Frau Douglas mit auf Reise geht, kann man den Plan ohnehin ein bisschen lockerer sehen.
Sie ist nicht absichtlich chaotisch. Sie ist einfach Frau Douglas. Und irgendwie schafft sie es immer wieder, dass aus einer normalen Situation eine Geschichte wird.
Manchmal reicht schon eine Kleinigkeit: Ein Satz, eine Verwechslung, eine verpeilte Aktion — und plötzlich wissen wir alle, dass dieser Moment später im Video landen wird.
Wenn Frau Douglas nicht dabei ist, ist es deshalb oft deutlich ruhiger.
Leni ist bei unseren Reisen natürlich meistens zuhause, aber auch sie gehört inzwischen zur Reisegeschichte dazu. Wenn man ein paar Tage weg ist, fehlt sie uns selbstverständlich. Und wenn wir wiederkommen, ist klar, wer als Erstes wissen möchte, was eigentlich passiert ist.
Ich glaube, genau deshalb sind Urlaubs-Vlogs für mich mehr als Reiseberichte. Sie sind Erinnerungen an eine bestimmte Zeit, an bestimmte Orte und an die Menschen, mit denen wir dort waren.
Und deshalb filme ich heute lieber auch die kleinen Dinge. Wenn wir nur kurz irgendwo anhalten, kann die Kamera ruhig laufen. Wenn wir einen kleinen Ausflug machen, nehme ich sie mit. Wenn wir einen ganzen Tag unterwegs sind, sowieso.
Vielleicht wird daraus ein langes Video, vielleicht auch nur eine kleine Szene. Ich weiß es vorher nicht.
Aber ich weiß inzwischen, dass ich mich später eher über ein paar zusätzliche Aufnahmen freue, als darüber, dass ich einen schönen Moment nicht festgehalten habe.
Vielleicht ist das die eigentliche Besonderheit unserer Urlaube: Sie müssen nicht perfekt laufen, sie müssen nur uns gehören.
Und wenn dabei ein bisschen Chaos entsteht, gehört das wahrscheinlich genauso dazu.